Vasaloppet

German Ski Marathon Team

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Rennberichte

03.2017

04

Vasaloppet

Thomas Gifstad in einem spannenden Vasalauf auf PLatz 24. Flo mit einem starken 38. Platz bester Deutscher. Jessie als 38 drittbeste Deutsche ... Unglücklicher Rennverlauf für Michie ... Teamtechniker Marek Rein nach toller Leistung mit 05:00:01 im Ziel...

Bild @ Magnus Östh I Bericht - Jessi & Sven

Mythos Vasalauf

 

Am Wochenende fand der legendäre Vasaloppet in Schweden statt. Der Vasalauf bildet den Höhepunkt der Sportwochen mit zahlreichen Veranstaltungen und Skirennen rund um den traditionellen Vasaloppet.

 

Vasaloppet ist das älteste, größte und längste Skirennen in der Welt, fand erstmals in 1922 statt und führte über 90 km von Berga - Sälen nach Mora.

Bereits am Mittwoch reisten wir mit dem Flugzeug und der Fähre an um uns optimal auf unseren Saisonhöhepunkt vorbereiten zu können.

 

Zum Team für den Vasalauf gehörten ... Flo,Thomas, Jessi, Michi, Sven und Marek.

 

Am Donnerstag haben wir den letzten Teil der Strecke besichtigt und auch gleich die Zeit für einen Besuch im Vasaloppetmuseum in Mora genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Während sich die Athleten am Freitag den ersten Teil der Strecke anschauten, testete unser Serviceteam Sven und Marek verschiedene Wachsvarianten.

Am Samstag waren nur noch Regeneration und letzte Skitests angesagt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag- 5 Uhr war es soweit, der Wecker klingelte und es waren nur noch 3 Stunden bis zum Start!!

Als wir 6.15 Uhr auf dem Weg Richtung Sälen waren und die rund 16000 Teilnehmer schon auf dem Startgelände sahen, stieg die Anspannung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pünktlich 8 Uhr fiel der Startschuss und unsere Läufer Michi, Flo, Giffi und Jessi versuchten sich bestmöglich zu positionieren.

Nach dem 3km steilen Startberg bildete sich schon die ca. 40 Mann große Spitzengruppe, in der Flo und Giffi mit einer top Verpflegung durch Sven fast bis zum Schluss das Tempo mitbestimmen konnten.

Ab Kilometer 79, bei Eldris konnten sich elf Läufer ein wenig absetzen.

 

Für eine Überraschung sorgte unser noch junger Norweger Giffi, er lief mit einer Zeit von 4:01:09 Stunden mit geringem Rückstand auf den Sieger und Landsmann John Kristian Dahl ein hervorragendes Rennen und landete auf Platz 24.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Flo, der sich vorher ein wenig angeschlagen fühlte, lief mit Platz 38 und einer Zeit von 4:04:23 Std, direkt hinter der tschechischen Langlaufikone Lukas Bauer und gleichzeitig als bester deutscher Starter, ebenfalls ein sehr starkes Rennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jessi und Marek gingen das Rennen etwas ruhiger an und teilten sich die Kräfte gut ein. Sie verpflegten sich selbst an offiziellen Verpflegungsstellen und waren im Ziel überglücklich den legendären Vasalauf geschafft zu haben.

 

Jessi konnte sich trotz einiger Muskelkrämpfe ins Ziel nach Mora kämpfen und wurde als drittbeste Deutsche mit dem 38. Platz in der Gesamtwertung belohnt.

 

Michi hatte leider nicht seinen besten Tag erwischt, er musste in Mångsbodarna bei Kilometer 23 die Spitzengruppe abreißen lassen, konnte sich trotz alledem mit einer beachtlichen Leistung über die Ziellinie in Mora kämpfen, wo er seine zweite Vasafinishermedaille bekam.

 

Spätestens in drei Wochen wird unser junger Allgäuer bei seinem nächsten Rennen, dem Reistadløpet in Norwegen wieder voll angreifen und zeigen was er drauf hat.

 

Nun heißt es ab nach Hause und Kräfte sammeln für die nächsten Rennen.

Für Giffi, Jo und Robin geht es nächste Woche weiter mit dem Birkebeinerrennet in Norwegen. Flo und Jessi werden beim Skadi Loppet in Bodenmais starten.

 

In diesem Sinne nochmal ein großes Dankeschön an unsere Betreuer und Wachser, Sven, Marek, Arve und Familie Gifstad und allen skandinavischen Langlauffans für das super gelungene Wochenende !!!

Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr, wo wir wieder als "Team Forever Nordic", Ausrufezeichen setzen wollen!!

Fotos @ Magnus Östh & Team Forever Nordic

Fotos - Elisabeth Frost

Bilder - www.worldloppet.com I Magnus Östh I www.vismaskiclassics.com I Team Forever Nordic

Bericht der Sächsischen Zeitung vom 03.03.2017

Die 90-Kilometer-Hölle

 

Schweden und Norweger - andere Nationen haben beim Wasalauf lange nicht mehr gewonnen. So war es auch diesmal. Aber ein deutscher Debütant konnte zumindest ganz gut mithalten.

 

Von Patrick Reichardt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Langlauf-Mannschaft „Team Forever Nordic“ mit Florian Rohde (obere Reihe 4.v.l.) und Teamchef Sven Münch (untere Reihe 4.v.l.) posiert vor dem Wasalauf am 5. März 2017 in Sälen, Schweden.

 

Mora. Bevor es losging, war der leidenschaftliche Langläufer Florian Rohde erst einmal sprachlos. „Das ist Wahnsinn. Die Schweden leben den Langlauf wie wir Deutschen den Fußball. Als ich das Starterfeld gesehen habe, konnte ich es nicht fassen“, sagte Debütant Rohde, bevor er sich beim Wasalauf auf den 90 Kilometer langen Weg machte, die skandinavische Weltspitze herauszufordern. Der traditionelle Volkslauf gleicht von der Bedeutung dem Ironman der Triathleten auf Hawaii. Bei der ersten Teilnahme an so einem Klassiker kann man schon mal perplex sein ob der gigantischen Dimensionen.

 

15 800 Läufer haben sich für den Wasalauf durch die schwedische Natur von Sälen nach Mora in diesem Jahr angemeldet. Es ist nicht so, dass es für den immer am ersten Sonntag im März ausgetragenen Wettkampf nicht mehr Interessenten gegeben hätte. Nein, die Startplätze sind begrenzt und die 15 800 Plätze waren innerhalb von vier Minuten komplett ausgebucht. „Ich habe schon immer gesagt: Als guter Langläufer muss man einmal den Wasalauf mitgemacht haben“, sagt der 32 Jahre alte Rohde.

 

Er kann über weite Strecken mit der Weltspitze mithalten und landet am Ende auf Rang 38 - bester Deutscher. Eine große Überraschung für den Oberfranken Rohde und sein Team Forever Nordic. „In Deutschland feiert man eigentlich nur Siege. Aber für uns ist so etwas ein riesiger Erfolg“, sagte Teamchef Sven Münch. Er organisiert diesen Wahnsinn alljährlich. Reisen über Kiel und mit der Fähre bis nach Oslo, das sperrige Ski-Material immer mit dabei. „Ich muss es selbst erstmal verdauen“, sagt Münch nach dem „hervorragenden Resultat“ von Rohde.

 

Triumphiert hatte mal wieder ein Norweger: John Kristian Dahl siegte nach 3:57:18 Stunden im Schlusssprint und verteidigte so seinen Titel. Rohde benötigte 4:04:23 Stunden und lag damit knapp sieben Minuten hinter den skandinavischen Siegern. „Die ersten 60 Kilometer liefen problemlos. Danach wurde es richtig happig“, konstatierte der Deutsche.

 

Der Wasalauf, das bedeutet für das Team auch: Knapp eine Woche in einer schwedischen Ferienwohnung verbringen. Teamgeist entwickeln, das Material präparieren und gewissenhaft auf den Lauf am frühen Sonntagmorgen vorbereiten. Wenn es dann geschafft ist, fällt eine riesige Last von den Schultern der Athleten. „Wir freuen uns richtig auf den Abschluss und werden darauf anstoßen, weil wir stolz auf unsere Leistung sind“, kündigte der 36 Jahre alte Münch an. Insgesamt 190 Deutsche waren bei leichten Minustemperaturen und besten Verhältnissen in Schweden dabei.

 

Auch in Deutschland ist der Langlauf-Mythos in der schwedischen Landschaft Dalarna auf dem Vasaloppsleden weit verbreitet. Die Tücken der 90 Kilometer, der einzige deutsche Sieger, DDR-Starter Gert-Dietmar Klaus im Jahr 1975, und Geschichten aus fast 100 Jahren seit 1922, als die Gewinner fast doppelt so viel Zeit für die Strecke benötigten, werden in dem Buch „Wahnsinn Wasalauf“ thematisiert.

 

Von einer Erfolgsstory à la Klaus und einem Bucheintrag ist der Kulmbacher Debütant Rohde am Sonntag zwar noch ein Stück entfernt, seine vielversprechende Premiere mit Rang 38 hat in ihm aber gleich weitere Hoffnungen geweckt. „Na klar will man mehr, wenn man soweit vorne steht. Aber um ganz vorne zu landen, muss wirklich alles passen“, sagte Rohde. Bei seinem nächsten Start wird er immerhin die Dimension des Wasalaufs schon kennen.