Marcialonga_2018

Foto Magnus Oesth I Visma Ski Classics

Marcialonga

Brita Johansson-Norgren und Ilya Chernousov gewinnen 45. Marcialonga

 

Fleimstal (Val di Fiemme) und im Fassatal (Val di Fassa) in den Dolomiten - Italien.

Zwei Sprint-Entscheidungen sorgen bei der 45. Auflage des Marcialonga über 70 Kilometer von Moena nach Cavalese für die Highlights nach dem berüchtigten Anstieg - " Cascata" - zum Ziel im Ortskern von Cavalese.

 

Ilya Chernousov glücklicher Sieger im Zielsprint

 

Cascata - es entscheidet sich im finalen Anstieg ... zu Beginn des Anstiegs konnte sich eine kleine Gruppe absetzen, angeführt von Morten Eide Pedersen, gefolgt vom dreimaligen Sieger Tord Asle Gjerdalen, Tore Bjørseth Berdal und Ilya Chernousov.

Gjerdalen versuchte einige Mal wegzukommen, konnte Pedersen, Berdal und Chernousov aber nicht abschütteln.

 

Kurz vor der Ziellinie beschleunigte Berdal und Chernousov folgte ihm. Am Ende war der Russe schneller und gewann das Rennen zum ersten Mal.

 

Bester deutscher Athlet war Florian Goebel auf Rang 64.

 

Spannender Zweikampf

 

Im Eliterennen der Frauen setzten sich Britta Johansson Norgren und Kateriná Smutná auf dem Weg nach Canazei ab und liefen für den Rest des Rennens gemeinsam und lieferten sich im letzten Anstieg einen spannenden Fight.

 

Gemeinsam bogen sie auf die Ziellinie ein und sprinteten um den Sieg. Am Ende war die Schwedin die Glücklichere und bestätigt damit ihre herausragende Form in dieser Saison mit ihrem vierten Einzelsieg in Folge

 

Lina Korsgren verteidigte mit der schnellsten Zeit am Schlussanstieg - 11.01,811.01,8 - ( Britta Johansson Norgren - 11.20,4 ) Rang drei.

 

Jessica Wirth belegte als beste Deutsche Rang 26.

Event Partner von Team Forever Nordic

Bericht von Sven Münch

Marcialonga ... 70 km Klassiker ... Go Kuisle go ...

Am Sonntag fand mit dem Marcialonga im italienischen Val di Fiemme eines der beliebtesten und schönsten Langdistanzrennen unseres Rennkalenders statt. Dies war zugleich auch das dritte Rennen der Sonderwertung Visma Alp Trophy.

 

Unser Team machte sich Freitags auf den Weg in die Heimat unseres Partners Nones Sport, dessen Sportgeschäft sich unmittelbar in Nähe des Zielortes Cavalese, in Castello di Fiemme befindet. Dort werden auch unsere Globulonero Carbon Skiroller hergestellt.

 

Ein Besuch bei Lodovico und seinem Vater Franco, stand natürlich ganz oben auf meiner Marcialonga-To-Do-Liste. Es ist mir immer eine Herzensangelegenheit, den Olympiasieger von Grenoble 1968 zu treffen und ihm für seine exzellente Unterstützung zu Danken.

 

 

Freitag zur Mittagszeit kamen wir in unserer Teamunterkunft, dem Hotel Olimpionico in Castello di Fiemme an. Dort ist auch jedes Jahr die Norwegische Skilanglauf Nationalmannschaft während der Tour de Ski zu Gast!

Dieses Hotel kann man wirklich jeden Skilangläufer empfehlen. Neben dem herrlichen Ausblick auf die Dolomiten bis hin zur Alpe Cermis, ist dort das Val di Fiemme auch bei einem entspannten Wellnessgang, tollen Zimmern und erstklassigem Essen ein echtes Wohlfühlerlebnis.

 

Samstag früh ging es dann wie gewohnt ein Tag vor dem Rennen zum Ski und Wachstesten auf mehrere Abschnitte der Marcialonga Strecke.

 

Am Nachmittag war für die Athleten dann ausruhen angesagt, während Selli mit Sepp die Rennski herrichteten und ich nach dem Teamcaptainsmeeting den Verpflegungsplan für das Rennen ausarbeitete!

 

Da wir ein sehr junges Team mit großem Potential für die Zukunft haben, haben wir nach den letzten beiden harten Rennen reagieren müssen und ein paar personelle Veränderungen treffen müssen.

Daher bin ich sehr froh, dass Jessi und Michi noch ein paar Kräfte sowie Motivation für den Marcialonga mobilisieren konnten, bevor es bald in die zweite Saisonhälfte geht!

 

Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker bereits sehr zeitig, da der Startschuss für die Damen bereits um 7:50 Uhr fiel. Bei der Anfahrt in Richtung Startareal zeigte unser Autothermometer um die 0°C an, also perfekte Bedingungen für ein schnelles Rennen. Entgegen unserer Erwartungen war es jedoch weniger sulzig sondern eher fest und trocken. Nachdem unsere beiden Techniker für Jessi und Michi jeweils zwei Paar Ski vorbereiteten, fiel deren Wahl jeweils auf den tendenziell wärmeren Ski. Dies sollte sich im Rennverlauf als nicht zu verachtendes Handicap herausstellen.

 

 

 

Nachdem sich Jessi die ersten Kilometer noch in der Spitzengruppe aufhielt, musste sie deren Tempo auf etwa der Hälfte zwischen Start und Wende Canazei Tribut zollen und sich vorerst alleine durchkämpfen, bis sie nach 25km mit den männlichen Teilnehmern des Rennens mitschwimmen konnte. Insgesamt finishte sie ihren ersten Marcialonga, als beste Deutsche, auf einen für die Verhältnisse guten 26. Platz. Allerdings war ihr Zeitrückstand größer als 20% und somit blieben die Punkte, für die Ski Classics Gesamtwertung verwahrt.

 

 

 

Michi fand zunächst besser ins Rennen und konnte sich zu Beginn aus Stürzen oder Haklern im großen Männerfeld raushalten. Bei Kilometer 18, der Wende am höchsten Punkt in Canazei konnte er sich noch gut in der Spitzengruppe verstecken, ehe er nach 10 weiteren Kilometern und mehreren geschlossenen Lücken dann abreißen lassen musste und einen Großteil des Rennens allein absolvieren musste. Leider verfehlte auch er die Punkte mit dem 70. Gesamtrang und somit gingen wir dieses Mal leider leer aus.

 

 

 

Nichts desto trotz war uns das Rennen eine Lehre. In Anführungszeichen sind wir froh, dass es nicht an der körperlichen Verfassung unserer Athleten oder am Serviceplan lag, sondern nur am falschen Schliff. Also abhaken, sich gut regenerieren und mit dem Blick nach vorne in Richtung Toblach. Ganz nach dem Motto: Come back stronger!

Fotos Visma Ski Classics & Magnus Oesth