Marcialonga

German Ski Marathon Team

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Rennberichte

01.2017

29

Marcialonga

Auf der Flucht ... Thomas Gifstad sorgt für einen spektakulären Rennverlauf ...

Text - Florian Rohde I Fotos - Katharina Lutz

Hallo Leute, leider kommt mit etwas Verspätung das Update zu den Ereignissen in Norditalien vor 2 Wochen. Diesmal schildert uns Flo seine Eindrücke vom größten Skilanglaufevent in Mitteleuropa. Viel Spass beim lesen!

 

Am Freitag den 27. Januar gegen 15 Uhr ging die Reise Richtung Süden los. Die Franken im Team Forever Nordic kamen leider nur stockend voran. Schleppend, jedoch mit super Wetter und guter Laune im Gepäck ging es Stück für Stück los zum prestigereichen Rennen Richtung Dolomiten. Parallel waren die Team Chefs Sven und Selli bereits fast am Ziel. Dank Energie Drink FAB und super Musik war die Münchner Front bereits nach 4 Stunden angekommen. Thomas alias „Giffi“ empfing die Jungs bei der Unterkunft. Gegen 21 Uhr war das Team für das 6. Ski Classics Rennen komplett. Während Katharina und ich zum besten Italiener in Cavalese gingen, waren unsere Team Chefs bereits fleißig am Testski vorbereiten.

 

Trotz kurzer Nacht und wenig Schlaf startete der Samstag morgen gut gelaunt mit Ski testen im Stadion in Val di Fiemme. Punkt 9 Uhr. Wettkampfzeit. Nicht nur wir waren an diesem Punkt der Strecke vertreten. Einige andere Teams nutzten ebenfalls die Strecke im Stadion. Gefühlt waren Menschenmassen unterwegs. Vor allem für viele Skandinavier ist der Marcialonga Ihr erstes Wettkampfziel des Jahres. Bei strahlendem Sonnenschein nutzten wir ausgiebig die Testphase. Sven und Selli testeten Struktur und Wachs. Giffi und ich begaben uns auf die Suche nach dem besten Ski für das morgige Rennen. Nach gefühlter Ewigkeit konnten wir das Kapitel Ski Test für den heutigen Tag endlich abschließen und ich wanderte nochmal 2,5 km langen Schlussanstieg hoch zum Ziel. Die letzten Stunden vor dem Rennen war Entspannung angesagt. Da kann man schon mal längere Zeit in der Lieblingspizzeria in Cavalese verbringen. 2 Pizzen mehr im Gepäck, ging es zurück ins Quartier. Ein kurzer Abstecher zu unserem Sponsor „Nones Sport“ wollten wir uns nicht entgehen lassen. Der Andrang im Laden war groß. Nicht zuletzt wegen dem Skiwachsservice von Nones Sport. Die 7.000 Starter sollten natürlich gut versorgt sein. Mega überrascht und begeistert waren wir auch von der Herzlichkeit und der Präsenz unseres Sponsors. Katharina machte noch schnell ein Erinnerungsfoto und weiter ging es. Dachten wir. Doch Selli lies sich kurz entschlossen von dem neuen Optiwax überzeugen, da es vom Speed und der Haltbarkeit durch den aggressiven Kunstschnees am längsten hält und machte sich ans Werk. Sven ging zum Team Captains Meeting. Selli weiterhin fleißig am Werkeln. Mit vollem Einsatz bereitete er die Ski für das Rennen vor. Zu später Stunde ging er sogar nochmal auf die Strecke. Großes Lob an dieser Stelle an unseren Captain. Kurz entschlossen sprintete ich nochmal zu Nones Sport um mich ebenfalls vor Ort zu vergewissern welche Vorteile Optiwax hat. Nach einer halben Stunde stand für mich fest. „No risk no fun“. Ich werde in das morgige Rennen mit dem neuen Wachs angehen. Die Stunden bis zum Rennen rückten näher. Nervosität war jedoch nicht zu spüren. Nur die Anspannung bezüglich des neuen Wachses war für mich groß.

 

Nach einer weiteren kurzen Nacht stärkten wir uns mit einem ausreichenden Frühstück. Die Verpflegung inklusive der Unterkunft waren top. Dank an dieser Stelle an die Pension „Maso Corradini“. Die Besitzer waren sehr flexibel und zuvorkommend und stimmten sich auf den Tagesablauf der Läufer ab. Jetzt wurde es aber knapp. Laut Navi eine halbe Stunde bis zum Start. Doch wir waren natürlich nicht die einzigen auf der Straße. Die Blechlawine rollte. Tal hochwärts entpuppte sich unsere Fahrt zu einer einstündigen Bummelfahrt. So langsam kam die Anspannung. Katharina und Sven bildeten ein Team und begleiteten mich und Giffi zum Start. Wie gewohnt stand ich kurz vor dem Start an meiner Position. Langes warten am Start bin ich schließlich nicht gewohnt. Mit einem Schuss ging es Punkt 9 Uhr los. Die Damen 5 Minuten vor uns. Die schmale Strecke war im ersten drittel sehr kurvenreich und die Sturzgefahr durch den anfangs noch großen Pulk hoch. Somit war ein nach vorne schieben an die Spitz des Feldes für mich schwer. Thomas gelang das mit viel Aufwand nach dem Start ganz gut und er konnte sich zu Beginn des Rennens an die Spitze des Feldes setzen. Er passierte bei der ersten Sprint Wertung der Visma Ski Classics nach 5km als 6. die Linie. Das Spitzenfeld war die ersten 15-20km dich beieinander und ich konnte mich in der Mitte des Feldes behaupten. Thomas ergriff nach 10km die Flucht und war für 14km „The first man oft the race“. Sein Vorsprung war beachtlich. Er konnte die erste und zweite Sprintwertung des Veranstalters für sich entscheiden. Die Strecke war super zum Verpflegen, da Sie entlang der Straße verlief. Abwechselnd wurden wir von Sven und Selli abgepasst. Die beiden waren super organisiert. Für Fotos an der Strecke sorgte Katharina.

 

Vom Ambiente und dem Panorama der Strecke kann man sagen, dass der Margialonga eines der schönsten Rennen ist. Die Menschen standen an jedem Eck um uns anzufeuern. Natürlich lockte auch das Wetter die Leute nach draußen. Im zweiten drittel des Rennens wurde das Tempo erhöht, um die große Lücke zwischen Thomas und dem Verfolgerfeld zu schließen. Was auch gelang. Das Feld hat sich in die Länge gezogen und ich konnte leider das Tempo mit dem Spitzenfeld nicht mit gehen. Im letzten Abschnitt formierte sich um mich eine 5 Mann starke Gruppe in der ich von Anfang an die Führungsarbeit übernahm. Bei Thomas schwanden durch die lange Führungsarbeit die Kräfte und er verpasste ebenfalls den Anschluss an die Spitzengruppe. Ich freut mich schon auf den Schlussanstieg. Dort holte ich nochmal alles aus mir heraus. Ich fühlte mich gut, der Ski war super und ich konnte die 22 beste Zeit am Berg erreichen. Anspruchsvoll, doch getrieben von der Stimmung der jubelnden Menschen war das Ende nah. Der Zieleinlauf stand kurz bevor. Thomas nur 2 Plätze vor mir. Am Ende reichte es für uns beide für Platzierungen unter den besten 50. Natürlich hätte es besser laufen können, aber gesamt sind wir als Team mehr als zufrieden und freuen uns auf die nächste Herausforderung kommenden Samstag in Toblach.

 

Ciao und bis demnächst.

 

Fotos: Katharina Lutz, Magnus Östh

 

Fotos -Katharina Lutz