Engadiner

Engadiner Skimarathon


Traditions- und Volkslanglauf  von Maloja nach S-Chanf


Natalie von Siebenthal und Dario Cologna siegen bei der Skatingpremiere.


Der 51. Engadin Skimarathon bot ein temporeiches Rennen mit Ausbrüchen und Aufregung von Anfang bis Ende. Die schweizer Weltcup Athleten Natalie von Siebenthal bei den Elitedamen und Dario Cologna im Herrenrennen nach einem knappen Ziel - Sprint gehen als Premierensieger eines Skatingrennen im Rahmen der Visma Ski Classics hervor.


1.  NATHALIE VON SIEBENTHAL  -  1:30:41.1 ,  2.  ASTRID ØYRE SLIND  -  TEAM KOTENG  -  1:31:40.1  ,  3.  BRITTA JOHANSSON NORGREN  -  LAGER 157 SKI TEAM  -  1:32:33.0



1.  DARIO COLOGNA  -  1:22:22.9  ,  2.  JEAN-MARC GAILLARD  -  1:22:23.2  ,  3.  ANDERS GLØERSEN  -  TEAM OSLO SPORTSLAGER - RUSTAD IL  -  1:22:23.4

Bericht von Nils Weirich und Marcel Bock


Beliebtestes Skating Rennen der Welt „Engadiner“


Am vergangenen Wochenende begab sich der VISMA Ski Classics Tross auf „Neuland“. Zum ersten Mal in der Geschichte konnten wir die Klassik- und DP-Ski zu Hause lassen, klopfte doch das größte und einzigartige Skatingrennen der Welt an der Tür, der Engadin Skimarathon.


Mit 14.000 Teilnehmern und einer sensationellen landschaftlichen Kulisse ist es wohl eines der schönsten Langlaufevents weltweit.


Unsere Anreise führte zunächst durch das stark verregnete Oberbayern und das Inntal, bevor wir ins Engadin abbogen und sich das Wetter mit zunehmender Höhe immer mehr zugunsten eines

Wintersportlers veränderte und es zu schneien begann. In St. Moritz angekommen bezogen wir

zunächst unsere Unterkunft, bevor ein Teil des Teams zu einer nächtlichen Trainingsrunde aufbrach.


Am nächsten Morgen hat sich das Schneetreiben vom Vortag verzogen und das Oberengadin

präsentierte sich mit strahlendem Sonnenschein und einstelligen Minusgraden. Diese Gelegenheit nutzen wir für eine ausgiebige Trainingsrunde auf dem ersten Streckenabschnitt zwischen Maloja und St. Moritz. Am Nachmittag vervollständigte sich das Team um die Nachzügler Elisabeth Schicho und Nils.


Kaum angekommen machte sich Lisi auch schon wieder auf zum legendären Nachtsprint von

St.Moritz, welcher bereits zur Tradition des „Engadiner Wochenendes“ zählt. Nach den erfolgreichen Teilnahmen in den Jahren zuvor, konnte sich Lisi auch diesmal bis ins Finale durchkämpfen und belegte ein guten 4.Platz im stark besetzten Teilnehmerfeld.


Der Samstag (Tag vor dem Rennen) stand für gewöhnlich ganz im Zeichen des Materialtest und der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Unsere beiden Serviceleute Selli und Sven nahmen alle Mühen auf sich, um das optimale Setup (Wax, Ski und Struktur) für die Athleten herauszufinden und nahmen dazu die Wettkampfstrecke an mehreren Stellen unter die Lupe.


Am Nachmittag saßen wir alle gemütlich beisammen, um das Rennen und den Ablauf zu besprechen. Guten Mutes und voller Zuversicht ließen die Athleten den Abend ausklingen und die Serviceleute präparierten die Ski.


Sonntag, Renntag, 42km von Maloja nach S-Chanf.


Wir mussten bereits früh aufstehen, um rechtzeitig zum Start des Rennens um 08:30Uhr zu gelangen. Die Straßen dorthin sind für den Verkehr fast komplett gesperrt und man muss sich mit Bussen oder Sondergenehmigung für Pro- Teams begnügen.


Das Wetter war leicht bewölkt, die Temperaturen um den Gefrierpunkt und die

Strecke in perfektem Zustand. Einem schnellen Rennen stand somit nichts im Wege.


Am Start fürs Team standen Franziska Müller, Elisabeth Schicho, Nils Weirich, Robin Frost und

Gianluca Cologna. Die Elite der Damen hatte den Vortritt am Start, bevor fünf Minuten darauf die

Männer sowie der gesamte Rest des Teilnehmerfeldes losgelassen wurde. Bei ausverkauftem

Starterfeld mit rund 14 000 Langläufern war Hektik vorprogrammiert.


Den Start überlebten alle gut, bis auf Franziska, die nach wenigen Kilometern stürzte und sich dabei an der Hand verletzte. Den Versuch das Rennen wieder aufzunehmen musste sie leider aufgeben und mit schmerzender Hand ins Begleitfahrzeug einsteigen.


„Ich habe mich super gefühlt, die Ski waren schnell und dann sowas.“, war die frustrierende

Zusammenfassung der Allgäuerin.


Auf diesem Weg nochmal gute Besserung und Kopf hoch.


Auch bei den Herren war das Motto „Augen zu und durch“ diesmal ein schlechter Plan. Es galt

höchste Vorsicht vor kreuzenden Skiern und riskanten Manövern, sonst endete man wie Tord Asle Gjerdalen, welcher mit einem Konkurrenten kollidierte und sich dabei zwei Stöcke sowie einen Ski brach. Augenzeugen waren Robin und Nils, die nur mit dem Kopf schüttelten und fortan gewarnt waren.


Bei unseren Damen konnte Elisabeth den ersten Zwischensprint in Sankt Moritz für sich entscheiden und somit ein süßes Taschengeld verdienen. Dies war zugleich unser erster gewonnener Zwischensprint im Rahmen eines SkiClassics Rennen.


Nachdem die kritischste Passage des Rennens, der Stazer Wald, passiert wurde zog sich das Elitefeld sichtlich in die Länge und es entstanden viele kleine Läufergruppen. Gut positioniert und mit Top Material an den Füßen konnten unsere Läufer in den vorderen Gruppen mitschwimmen und sich auf der zweiten Rennhälfte hervorragend behaupten.


Nach 1h 22min und wenigen Sekunden war es dann auch schon wieder soweit. Der Sieger Dario

Cologna überquerte als Lokalmatador die Ziellinie in Streckenbestzeit und sicherte sich damit seinen 4. Gesamtsieg. Robin konnte sich in eine gute Gruppe, um unsere Freunde vom Adidas XCS Team, integrieren und lief am Ende auf einen starken 89. Rang.

Nils lief etwas weiter vorne im Feld und musste die große Gruppe hinter ihm im Auge behalten, in der Robin mitkämpfte. Es gelang ihm jedoch durch eine saubere kämpferische Leistung die Verfolger auf Distanz zu halten und die Ziellinie als 78. zu überqueren.


Gianluca, der Bruder vom Sieger, kam mit wenigen Minuten Rückstand auf Robin als 104. Ins Ziel.


Unsere Lisi musste nach einer kräftezehrenden ersten Rennhälfte ein paar Plätze einbüßen und

finishte als 17. und damit beste Deutsche. Das Rennen bei den Damen gewann Nathalie von

Siebental aus der Schweiz, die ebenfalls eine bekannte Größe im Weltcupzirkus darstellt.


„Unsere Betreuer Selli und Sven, vollbrachten wiedermal super Arbeit bei der Skipräparation, ohne die wir aufgeschmissen wären. Was sie allerdings noch besser als Wachsen beherrschen, ist die Versorgung im Wettkampf. Sie kannten wie so oft die Strecke in- und auswendig und alle wurden ausreichend versorgt und angefeuert.“(Nils)


Alles in allem blicken wir auf ein sehr schönes und erfolgreiches Wochenende zurück und freuen uns riesig auf die letzten Saisonrennen.



Robin Frost: "Mein erster Engadiner ... ich habe eindeutig zu wenig Skatingkilometer..."


"Nach dem für mich erfolgreichen Vasalauf gab es nur eine kurze Verschnaufpause und einige wenige Trainingseinhaiten auf Skatingski als Vorbereitung auf meinen ersten Engadiner  Skimarathon .


Die zweite Streckenhälfte war mir vom La Diagonela ungefähr bekannt.


Von Beginn an war das Tempo extrem hoch, trotzdem blieb eine große Gruppe beisammen.


Am steilen Anstieg und zur Sprintwertung in St. Moritz teilte sich die Gruppe dann in kleinere Grüppchen, die dann ab Pontresina versuchten zur vorderen Gruppe aufzuschließen bzw einzelne Läufer einzuholen.


Nach 42 Km und einer Laufzeit von gerade mal 1:28 h, belegte ich den 89. Platz.


Ich bin mit meinem ersten "Engadiner" schon zufrieden, obwohl mir bei dem sehr hohen Renntempo  schnell klar war,  dass ich für eine wirklich gute Platzierung ein paar Skating Wettkampf Kilometer zu wenig habe und mir die hohe Geschwindigkeit der französischen und Schweizer Skating Spezialisten etwas zu schnell war.


Nun freue ich mich sehr auf mein absolutes Langlauf Highlight des Jahres!

Ich hoffe, dass ich meine Leistung der letzten Wochen bestätigen kann und meine bisherigen Birkebeiner Ergebnisse verbessern kann."


Fotos von Engadin Skimarathon