Interview _ Sven Münch

[ Interview ]

Livigno ... "Wir sind bereit!"

 

Eine Saisonvorbereitung voller Überraschungen. Teamchef Sven Münch freut sich auf die Saisoneröffnung in Livigno.

 

Bevor die 9. Saison der Visma Ski Classics Langdistanz Meisterschaft am 30. November mit dem Team Prolog in Livigno beginnt, hat uns Sven einige Fragen beantwortet.

 

 

Die Saisonvorbereitung verlief nicht ganz nach Plan ... wieso Crowdfunding ?

 

Völlig unvorbereitet und zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt , hat der langjährige Sponsor und Namensgeber des Teams, seine Förderung eingestellt. Leider konnten wir auf die Schnelle keinen Partner finden, der als neuer Förderer einspringen konnte.

 

Wir haben uns deshalb für die Idee begeistert, über die Crowdfunding Aktion - Road to Livigno - einen Teil des Saisonbudgets zu aquirieren. Zum großen Glück haben sich zahlreiche Freunde, Partner und "teamfremde" Förderer gefunden, die uns das Weitermachen durch ihre Unterstützung ermöglicht haben.

 

Wie schaut das Team für die kommende Saison aus ?

 

Der Großteil des letztjährigen Teams wird auch in der kommenden Saison als Teil von Team Forever Nordic an den Start gehen.

 

Bei den männlichen Startern wird neben Robin Frost, Michael Kuisle und Nils Weirich der Schwede, Eric Melin Söderström, für unser junges Team die Rennen bestreiten und durch seine Erfahrung den jungenTeammitgliedern in ihrer sportlichen Entwicklung weiterhelfen.

Lediglich Erik Thomas muss, beruflich bedingt, deutlich kürzer treten und wegen des stark reduzierten Trainingsumfangs wohl nur lokale Rennen bestreiten können.

 

Bei den Damen können wir mit Ann Cathrin Uhl eine weitere Athletin melden, die neben Franziska Müller und Jessica Wirth die Rennen der Visma Ski Classics bestreitet.

Ann Cathrin ist nach einem Studienaufenthalt in Alaska nach Deutschland zurückgekehrt und wird ihre ersten Schritte in der Langdistanz für unser Team machen.

Wie ist das Sommertraining verlaufen?

 

Abgesehen von der negativen Entwicklung auf der Sponsorenseite verlief die Vorbereitung sehr gut. Wir konnten Trainingslager in Ruhpolding, Bormio , Treffurt und im Allgäu absolvieren. Besonders beeindruckend waren die gemeinsamenTrainingstage mit Team Koteng in Ruhpolding und die "Rundumversorgung" durch die Familien Kuisle und Osswald.

 

Wie beurteilst du den Stellenwert des Skilanglaufs in Deutschland?

 

Dem Skilanglauf in Deutschland fehlen aktuell die großen Erfolge. Durch die Veränderungen in der Führungsspitze des Skilanglaufbereichs des Deutschen Skiverbands wird sich der Skilanglauf in der öffentlichen Wahrnehmung verändern.

Wir haben seinerzeit das Team gegründet, um auf der Langdistanz gegen die besten skandinavischen Teams in einen sportlich fairen Wettstreit zu treten, jungen Talenten eine Basis im Skilanglauf Langdistanz zu geben, ihren Sport auf höchsten Niveau auszuüben.

 

Hat sich die Teilnahme an den Visma Ski Classics Rennen positiv auf den Skilanglauf in Deutschland ausgewirkt und wie siehst du die Entwicklung in der Zukunft?

 

Durch die fehlende Fernsehzeit ist für uns die Vermarktung schwierig und sehr zeitintensiv. Die Kosten zur Teilnahme an den Rennen auf Visma Ski Classics Niveau erfordern jedoch große, finanzielle Anstrengungen für die Teams und die Athleten. Die Resonanz auf unsere Crowdfunding Aktion bestärkt uns in unserer Arbeit. Die Unterstützung durch unsere Sponsoren und Ausrüstungspartner zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und der Langdistanzsport eine Zukunft in Deutschland hat.

 

Du wurdest am Ende der abgelaufenen Saison zum "Teamchef des Jahres" gewählt. Hatte diese Auszeichnung Auswirkungen für dich und für dein Team?

 

Die Auszeichnung hat mich unheimlich stolz gemacht, da ich sie stellvertretend für die Helfer in der Teamleitung und im Betreuerstab entgegen nehmen durfte. Sie ist eine Bestätigung für unsere Arbeit und Motivation für die Zukunft.

 

Wann kann man einen deutschen Athleten auf dem Podium sehen und was braucht es, dieses Ziel zu erreichen?

 

Wir sind vom Erreichen der Podiumsplätze wohl noch ein gutes Stück entfernt. Die Leistungsdichte in der Visma Ski Classics Rennserie ist enorm hoch. Wir können uns nur, Schritt für Schritt, in der Organisation des Teams weiterentwickeln und die Athleten trainingsmethodisch fördern.

 

 

Visma Ski Classics 14. November um 15:45 auf Facebook

A PRO TEAM AGAINST ALL ODDS...

Written by: Teemu Virtanen

 

 

Living in Europe, Germany is naturally a central figure in our politics, economy and current matters at hand. However, the country has no Visma Ski Classics event at the moment, but there are two pro teams hailing from the land that marches under the command of the iron lady Merkel.

 

One of the teams, Team Forever Nordic, has been around for some time now, and this jolly gang certainly brings a touch of good feeling and happiness to the battleground of long distance skiing. When getting ready for the winter, the team had to endure some serious mishaps in order to keep their ship sailing.

The team captain Sven Münch, the smiling German whose motto for life is “stay strong and be yourself”, was awarded as the Pro Team director of the year at the banquet in Levi this spring. He is quick to admit that the prestigious title meant so much to him.

 

“It was a huge honor to me. But it was not only a personal one as it shows that our work is respected and our presence appreciated. It gave me a lot of energy and self-confidence to work even harder. We hope that this work will also pay off in the future. I am giving my best to defend this title.”

 

Sven is always humble but full of spirit. Speaking of, during the darkest hours that spirit must have been tested.

 

“We lost our main sponsor,” Sven continues with a serious tone in his voice. “It was a tough blow to us, but we found a solution in crowdfunding. To stay in the game, we needed enough money for the license and starting fees. I had a chat with the team and everyone agreed to carry their own weight and cover individual travel expenses. This means that the whole season is not secured, but we try to overcome the current situation and come back even stronger.”

 

Sven tells me that the summer went well and the highlight was a shared training camp with Team Koteng. The team members learned a lot from the seasoned pros of the Norwegian team and realized that the gap between the cream of the crop and them is not overwhelmingly huge.

 

Sven has a gang of young and enthusiastic skiers who have set their sights on good results in the future. He thinks that Michael Kuisle will be his wild card since he has trained under the supervision of a well-known German triathlete and that has really boosted Michael’s training. The most recognized name in the squad is Erik Melin Söderström, from Sweden, and Sven has high hopes for him as well.

 

Finally, it’s time to ask him about the future of German Nordic skiing and find out when we are going to see his countryman on the VSC podium.

 

“That’s a good question. I hope very soon. We need athletes who can focus on this professionally, we need the recognition from our National Federation and our World Cup skiers should participate as well. The good thing is that we have been recognized more and more by amateur skiers. They ask us about the sport and that puts a smile on my face. We keep working hard and we are dedicated to this job. I think cross-country skiing has a good future, but we need more TV time and other media to pay more attention to us, all the teams really, to report and write more about the teams and the sport!”